Meine Art der Automotiven Photography

 

Meine Art der Automotiven Photography

 

Vor ein paar Tagen haben mich wieder mal  auf den Social Media Plattformen viele Fragen erreicht, ob es nun um die Kamera Einstellungen ging, die ich verwende oder wie ich überhaupt zur Automotiven Fotografie kam. In diesem Artikel werde ich daher versuchen jede einzelne Frage zu beantworten. Und alles was ich schreibe ist natürlich allein meine Ansichtsweise, jeder hat seine eigene Ansichtsweise was auch gut so ist und ich hoffe das ich die eine oder andere Frage damit beantworte, wenn nicht teilt es mir gerne mit.

 

Wie kam ich zur Automotiven Fotografie ?

 

Ich und die Automotive Fotografie, wenn ich ehrlich bin, habe ich mich früher überhaupt nicht für Autos intressiert, ob Neu oder Oldtimer, ich hatte keinerlei Bezug zu Ihnen. Ich wurde nicht mit Ihnen groß, so wie manche es von Ihren Kindheits Erinnerungen kennen die darin vielleicht sogar den einen oder anderen Urlaub mit Ihren Eltern verbrachten. Aber das änderte sich schlagartig als ich meinen Mann vor 13 Jahren kennenlernte der schon als Kind immer vom historischen Motorsport schwärmte. Als ich mich dann aber in die Alpine A310S verliebte, die er als Rennversion auch damals schon hatte, war das Desinteresse „Vergangenheit“ , und ich kam in die Erfahrung wie eng doch auch die Bindung zwischen Mensch und Auto sein kann, die für mich heute sogar einer Beziehung wie zu einem Menschen gleicht. Und genau dieses Gefühl prägt auch heute so stark meine Art der Fotografie.

Dann kam es auch das ich dann vor 2 Jahren meine eigene weiße Renault Alpine bekam, die ich mir so lang gewünscht hatte. Natürlich kam ich dadurch auch öfters auf die eine oder andere Oldtimer Veranstaltung, und da ich schon als Kind immer sehr kreativ war, künstlerisches liebte, versuchte ich meine ersten Fotos, von diesen Veranstaltungen einzufangen.

Monate später nach meinen ersten Handy Schnappschüssen, kauft ich mir dann meine erste Einsteiger Kamera Canon Eos 1300d und als ich meine ersten Fotos schoss bekam ich sehr schnell positive Rückmeldungen.

 

Habe ich die Fotografie gelernt ?

 

Nein !!! Ich hatte oft anfangs sogar meine Fotos derart überblitzt und überlichtet, da ich fotografisch und technisch kaum Ahnung hatte. Aber viele sagten mir doch immer das ich ein sehr gutes Auge für die Perspektiven habe. Also wusste ich , ich musste mich selbst verbessern, was das technische anging, um noch besser zu werden.

Meine nächste Abendliche Hauptbeschäftigung war daher,  alles zuhause zu fotografieren was es nur zu fotografieren gab. Und so übte ich oft mit den vielen Modellautos in unseren Vitrinen, meinen Kindern, und auch das eine oder andere Youtube Video, half mir dabei die ersten Dinge über eine Spiegelreflexkamera zu lernen wie der Blende, ISO, Belichtungszeit…usw. Ich hatte ja nur im Automatik Programm fotografiert aber der Nachteil war, immer wieder sprang der Blitz raus ob ich wollte oder nicht.

Welche Kamera benutzt du, welche Objektive ?

 

Wo ich dann technisch etwas mehr wusste, habe ich mir dann auch 1 Jahr später etwas bessere Kameras zugelegt. Ich fotografiere heute mit 2 Kameras, meiner Nikon D750 und der Nikon D850 damit ich das ständige wechseln der Objektive vermeiden kann.

Ich arbeite nur mit Festbrennweiten von Nikon, der 85mm 1.8 , 50mm 1.4 und der 35mm 1.8 , da ich die Qualität der Fotos mag. Ich will mich zu dem bewegen, und nicht einfach nur ran zoomen. Das gibt mir immer das Gefühl mitten drin zu sein. Und oft kann ich was die kleinsten Details der Autos geht einfach nie nah genug sein.

Wie bearbeitest du deine Fotografien , welchen Preset verwendest du ?

 

Als ich einiger maßen alles wusste und soweit fit war, experementierte ich als nächstes dann in vielen Bearbeitungsprogrammen, heute in Lightroom, so lange bis ich den Look der Bilder hinbekam den ich einfach haben wollte.

Ich hatte einige Fotografen gesehen und Ich liebte einfach diesen Vintage Matt look, aber gleichzeitig sollten sie nicht zu überarbeitet sein. Sie sollten immer noch authentisch bleiben. Und so stellte ich nach und nach alles selbst ein, setzte die Schwarz Töne runter, legte einen leichten Matt Schleier drüber, setzte die Farben auf tief und fügte dennoch wieder viel Licht hinzu und schon hatte ich meinen „Steffanie Rheinstahl Preset“.

Wenn ich heute von einem Privaten Shooting nach vielen Stunden nachhause komme, setze ich mich mit einer Tasse Tee an meinen Pc. Ich lade die Raw Dateien meiner beiden Kamera Speicherkarten auf meine Festplatte hoch, und sobald ich sie in Lightroom hochgeladen habe, bearbeite ich sie nur noch etwas von der Belichtung nach, der Schärfe, und lege auch nur noch meinen Steffanie Rheinstahl Preset drüber. Das wars !!

Ich retuschiere nicht groß Dinge weg oder zaubere künstliche Sonnenstrahlen hinzu. Ein Foto muss meiner Meinung nach schon in der Kamera so gut sein, das man ausser der minimalen belichtungskorrektur, nicht viel mehr dran ändern muss. Und wenn keine Sonne da war, dann war halt auch keine da…

Nachdem ich dann alle Als RAW Dateien und JPEG Dateien auf den USB Stick gespeichert habe, verschicke ich Sie über WeTransfer den glücklichen Besitzern.

Genauso arbeite ich nicht mit Stativen oder riesigen Blitzen, sondern nur mit dem normalen vorhandenen Licht und meiner noch ruhigen Hand ;).

Ich fotografiere auch meistens immer aus Perspektiven die ungewöhnlich sind, dort wo manche andere Fotografen Hindernisse vermeiden, suche ich diese mit Absicht, denn gerade Sie sind es die das Auto im Hintergrund geheimnisvoller wirken lassen. Und Geheimnisvoll ist doch immer ein Gefühl von Spannung ?! Neugier ? Oder nicht ?

Wenn ich einen Porsche gerade von vorne fotografiere sieht er schön aus, man sieht alles, ein perfektes Foto eigentlich. Wenn ich Ihn aber jetzt schräg, versetzt, hinter einer Mauer oder einem Zaun, einer Hecke platziere, und auf ihn läuft gerade noch eine Person zu, die einsteigen möchte, hebt das nochmal die Spannung. Man hat das Gefühl live dabei zu sein, sich in diesem Moment hinein zu fühlen, das Gefühl mit zu erleben, wie es sich wohl anfühlt wenn man diesen Porsche fahren würde.

Und das sollte doch eigentlich auch Fotografie vermitteln und ist für mich einfach die höchste Kunst der Fotografie.

Gerade Automotive Fotografie soll doch die Leidenschaft zwischen Besitzern und Ihren Oldtimern oder Rennwagen zeigen? Was hat denn die Fotografie Schlegelmilch ausgemacht, er hat die wahren Momente des Motorsports gezeigt, ganz authentisch, und er wurde geliebt für seine Fotografien. Und er ist auch heute immer noch eine große Inspiration für mich. Und da gab es noch keine Digitalen Nachbearbeitungen, wenn dort Fotos zu unterbelichtet waren, dann konnte man da nichts mehr ändern.

Er kam den Rennfahren zu denen er oft ein Freundschaftliches Verhältnis hatte , ganz nah, auch das brachte ihm die schönsten Momentaufnahmen, die man heute noch von Ihm kennt. Wundervoll. Aber man schätze das auch, heute kann man mit diesen Fotografien, niemanden mehr vom Hocker reißen, leider!!

Die Wahren Motorsport Momente sind heute nicht mehr zu vergleichen zu damals. Und ich hätte gerne diese Zeit als Fotografin mit erlebt.

 

Bilder, welche Du gemacht hast haben Einfluss auf die, welche du machen wirst. So ist das Leben! -John Sexton

 

Dieses Zitat gefällt mir unheimlich gut, denn so ist es auch. Als ich auf Instagram dann die ersten 1200 Follower hatte, und ich noch Autotreffen allein fotografierte und noch keine privaten Shootings hatte ,  dachte ich mir, ok so schlecht sind meine Fotos wohl doch nicht, also machte ich weiter. Und zu meiner Bestätigung kamen dann auch nach einiger Zeit die ersten Magazine auf mich zu, wie das Magazin Oldtimersüchtig und Classic Trader ob ich nicht Lust hätte für Sie zu schießen, natürlich sagte ich gleich zu.

Nach und nach kamen dann auch die ersten Anfragen, für das eine oder andere Auto privat zu shooten. Ich glaube auf diese Anfragen, warten doch die meisten Fotografen, denn Autos auf einem Autotreff zu fotografieren ist halt nicht immer ganz einfach. Hier stehen die Autos nicht frei, oft eng neben einander und man hat keinen Einfluss darauf, man kann die Kulissen nicht bestimmen, oder das Auto einfach mal umparken, und richtige Detailaufnahmen machen, das ist auch hier sehr schwierig. Und genau diese Fotos, fallem dann auch nicht auf. Aber ich glaube diese Erfahrungen kennt wohl jeder von gewöhnlichen Autotreffen.

Jetzt wo ich etwas mehr als 2 Jahre fotografiere muss ich sagen: die Welt der Fotografen ist schon hart !! Ich habe bis jetzt als reine Hobby Fotografin fotografiert, aber ich finde, es ist sehr schwer heute aufzufallen, wenn man nicht gerade in England wohnt, mit den schönsten Kulissen, direkt vor der Tür, wo die Automobile Leidenschaft noch traditionell richtig gelebt wird, ( Ich sage nur Goodwood ) und hier oft schon die Location suche ein oft erwähntes Problem sind, muss ich sagen das man es hier als Fotograf schon wesentlich schwerer hat.

Man kann immer das beste geben, aber wie es auch schon immer über all war, es spielt auch immer eine Rolle wen man trifft, und welche Beziehungen man hat. Wie bei den Stars auch, einer gibt alles, arbeitet bis zum Umfallen und wird nie entdeckt, und der andere steht irgendwo in einer Schlange am Supermarkt, und wird wahrgenommen. Aber so ist das Leben !!

Und so ist es hier genauso. Oft werde ich gefragt, wie bekomme ich mehr Followers, was sind deine Geheimtipps ? Wie viele Fotografen sehe ich, die wirklich wunderschöne Fotos schießen und haben nur wenige Follower und andere werden mit genau den selben Fotos überhäuft von Ihnen, nur weil Sie von Instagram auf die Suggestliste gesetzt wurden, wo man pro Tag auf einmal seine 1000 Followers bekommt. Auch hier wieder das beste Beispiel das das Glück eine große Rolle spielt.

Es ist schon ein ziemlich undankbarer Job, aber ich liebe Ihn, so sehr das ich mir heute nichts anderes mehr vorstellen kann. Und ich denke das ist auch hier das wichtigste.

Und wie auch immer man selbst die Automotive Photography betrachtet, , welche Techniken, welche Kamera, welche Perspektiven, …das wichtigste und schönste daran sollte doch immer sein, das es einem selbst Freude bereitet , und letztendlich ist es auch heute noch so, das die Schönheit eines Fotos letztendlich immer noch im Auge des Betrachters liegt.

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